
Die Welt von Gestern. Ein Abend für Stefan Zweig
Lesung: Denis Petković
Vortrag: Martina Wörgötter
Grußworte: Konsul Rudolf Aichinger, Präsident des Alumni Clubs
Für Stefan Zweig war Europa mehr als nur ein geografischer Raum, vielmehr eine geistige Heimat – ein Kulturraum des Austauschs, der Toleranz und des Friedens. Als überzeugter Humanist setzte er sich für Verständigung und interkulturellen Austausch ein, vermied jedoch eine direkte politische Stellungnahme. In Die Welt von Gestern, dem autobiographischen Erinnerungsbuch, das Zweig kurz vor seinem Tod in den USA und in Brasilien schrieb, schaut er zurück auf das Leben in Europa: seine Jugend im liberalen, kulturell blühenden Wien der Jahrhundertwende, seine Reisen, die literarischen Erfolge und Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Zweig thematisiert auch den tiefgreifenden Wandel Europas durch den Ersten Weltkrieg, den Zerfall alter Ordnungen sowie das Aufkommen von Nationalismus und Faschismus, d.h. die politische Radikalisierung, die in der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg gipfelte. Die Welt von Gestern ist ein persönliches Zeugnis des überzeugten Humanisten und Pazifisten Zweig, seiner Sehnsucht nach einem geeinten, friedlichen Europa. Als literarisches und historisches Dokument ist das Werk ein eindringlicher Appell gegen Krieg und für ein kulturelles Miteinander.
Anlässlich des 84. Todestages von Stefan und Lotte Zweig in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar veranstaltet das Stefan Zweig Zentrum in Kooperation mit dem ALUMNI-Club der Universität Salzburg einen Abend, an dem Zweigs wohl berühmtestes Werk Die Welt von Gestern im Mittelpunkt stehen soll.
Denis Petković absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und war am Burgtheater Wien, Volkstheater Wien sowie bei den Salzburger Festspielen engagiert. Mit „Emilia Galotti“ und „Don Carlos“ in der Regie von Andrea Breth war er 2004 und 2005 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, ebenso 2017 mit „89/90“ in der Regie von Claudia Bauer. Er arbeitete u.a. mit Martin Kušej, Stefan Kimmig, Stephan Bachmann, Volker Lösch, Karin Beier, Enrico Lübbe, Philipp Preuss, Markus Bothe und Anna-Sophie Mahler zusammen. Wichtige Rollen: Don Juan (Molière), Karl Moor (»Die Räuber«), Faust (»Urfaust«), Peer Gynt (Ibsen), Friedrich Hofreiter (»Das weite Land«), Jason (»Medea«), Serge (»Kunst«). Seit 2013 ist er Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig und arbeitet als Gastdozent an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, an der er ebenfalls ehrenamtlich als Mentor im Rahmen des mArts-Programms der HMT tätig ist. Zudem hat er an zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.


