Salzburger Werkausgabe

Stefan Zweig - Das erzählerische Werk

Kommentierte Studienausgabe in sieben Bänden. Herausgegeben von Werner Michler und Klemens Renoldner

Die Salzburger Ausgabe des erzählerischen Werks von Stefan Zweig in sieben Bänden versammelt erstmals sämtliche episch-fiktionalen Texte des Autors in einer kritischen Edition. Sie versteht sich als wissenschaftlich verantwortete kommentierte Studienausgabe sämtlicher erzählender Schriften Stefan Zweigs, die auf Basis der Textüberlieferung einen soliden Text sowie einen verlässlichen Überblicks- und Stellenkommentar bieten soll.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden erstmals gesicherte Texte Stefan Zweigs präsentiert (auf textgenetischer Basis: unter Heranziehung im Nachlass erhaltener Dokumente und zu Lebzeiten erschienener abweichender Fassungen; bedeutende Varianten werden dokumentiert). Ein knapp gehaltener Übersichtskommentar zu jedem Text erschließt, soweit eruierbar, die Textgenese im werkgeschichtlichen und biographischen Kontext; sofern sinnvoll und möglich, werden Zweigs Quellen genannt und charakterisiert. Ein Stellenkommentar liefert Informationen zum besseren Verständnis des Textes für eine moderne Leserschaft. Die Les- und Benützbarkeit der Ausgabe für ein philologisch nicht interessiertes und/oder geschultes Publikum ist dabei stets gewahrt. Eine historisch-kritische Präsentation aller Textzeugen ist weder intendiert, noch erscheint eine solche zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnvoll.

 

 

 

Band I Sternstunden der Menschheit, 2017

Band II Vergessene Träume (Erzählungen 1900-1911), 2018

Band III Verwirrung der Gefühle (Erzählungen 1913-1926), 2019

Band IV Ungeduld des Herzens, 2021

Band V Schachnovelle (Erzählungen 1927-1942), 2022

Band VI Rausch der Verwandlung (Roman aus dem Nachlass), 2023

Band VII Clarissa, 2025

Band 1: Sternstunden der Menschheit

Historische Miniaturen

Herausgegeben und kommentiert von Werner Michler und Martina Wörgötter 

Stefan Zweigs historische Miniaturen, 1927 publiziert und in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt, wurden ein Welterfolg. Jetzt erscheinen sie erstmals auf der Basis gesicherter Textfassungen. 

75 Jahre nach Stefan Zweigs Freitod in Brasilien wird vom Stefan Zweig Centre und dem Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg eine neue, siebenbändige Edition seines erzählerischen Werkes erarbeitet. Die Salzburger Ausgabe bietet erstmals philologisch gesicherte Texte – auf Basis von Manuskripten und Textfassungen, die aus Archiven aus der ganzen Welt stammen. 

Den Auftakt der Edition bilden die Sternstunden der Menschheit, Historische Miniaturen. Die Entstehung von Georg Friedrich Händels Messias, die tragische Südpolexpedition von Robert F. Scott, Ciceros Scheitern im Kampf um die Republik, die geheime Reise Lenins im versiegelten Zug, Goethes unglückliche letzte Liebe – dies und andere Sternstunden gehören zu den Höhepunkten der deutschsprachigen Prosa der Zwischenkriegszeit.

„Stefan Zweig ist kein trockener Historiker, der Fakten zusammenträgt. Er schreibt intuitiv, wie es gewesen sein könnte, und macht damit das Nützlichste, was Geschichte kann: Er richtet die Fragen seiner Gegenwart an die Vergangenheit. Die Gegenwart von Stefan Zweig aber ist unserer heutigen ähnlicher, als wir es uns wünschen. Es wird zunehmend wichtiger, ihn zu lesen.“ – Josef Hader 

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Band 2: Vergessene Träume

Die Erzählungen, Band I

Herausgegeben und kommentiert von Elisabeth Erdem und Klemens Renoldner

Es sind seine Erzählungen, die Stefan Zweig zu einem der am meisten gelesenen Schriftsteller der Welt machen. Dieses Kernstück seines Schaffens – bewundert bereits von Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Maxim Gorki – wird nun im Rahmen der Salzburger Ausgabe neu erschlossen. 

Besonders eindringlich skizziert Zweig in diesen frühen Texten (1900 bis 1911) Kindheitswelten. In Brennendes Geheimnis, der berühmten und mehrmals verfilmten Novelle, versetzt er sich in die Rolle eines Kindes, das gegen die unaufrichtigen, verlogenen Eltern rebelliert. Als „feinsinnig und psychologisch bedeutsam“ klassifizierte Sigmund Freud diese Prosa, in der sich die Abgründe des Unbewussten spiegeln. 

Kindheit, Pubertät und jugendliche Liebesnot – wie in seinen berühmten Novellen erkundet Stefan Zweig auch in den frühen Erzählungen die Abgründe der Seele. Das Jugendwerk des Schriftstellers ist eine außergewöhnliche Entdeckung.

"Ein Schöpfer ersten Ranges, eine künstlerische Höchstleistung. Ihre Novellen sind Meisterwerke." Sigmund Freud

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Band 3: Verwirrung der Gefühle

Die Erzählungen, Band II – 1913 bis 1926

Herausgegeben und kommentiert von Elisabeth Erdem und Klemens Renoldner

Die beiden Novellenbände Amok (1922) und Verwirrung der Gefühle (1926) wurden zu Bestsellern. Stefan Zweig war von dem außergewöhnlichen Erfolg überrascht. Zahlreiche Übersetzungen machten ihn innerhalb weniger Jahre weltweit berühmt. In seinen meisterhaften Erzählungen schreckt Zweig nicht vor Tabus zurück: So bewunderten Zeitgenossen in der Novelle Verwirrung der Gefühle die Darstellung der verzweifelten Liebe eines homosexuellen Professors gegenüber einem Studenten. Der vorliegende Band enthält sämtliche Erzählungen Zweigs, die zwischen 1913 und 1926 erschienen sind. Neben den Novellen aus den erwähnten Bänden sind dies noch acht weitere Erzählungen. Zweigs Erzählungen fanden begeisterte Aufnahme bei prominenten Zeitgenossen wie Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Romain Rolland, Maxim Gorki u.a.

Ohne Zweifel sind die erotischen Novellen der Höhepunkt seines literarischen Schaffens. Stefan Zweig ist ein Spezialist für tragische Leidenschaften, ausweglose Liebe, dämonische Verstrickungen – mit diesen Erzählungen wurde er zu einem Star der Weltliteratur.

"Ihre Novellen sind Meisterwerke." Sigmund Freud in einem Brief an Stefan Zweig

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Band 4: Ungeduld des Herzens

Roman, Band IV

Herausgegeben und kommentiert von Stephan Resch

„Dein Buch geht mir tief nach – jede Figur darin – alle Empfindungen dieser Menschen sind wahr.“ Alma Mahler-Werfel an Stefan Zweig, 1938


Der einzige von Stefan Zweig zu Lebzeiten veröffentlichte Roman ist ein psychologisch raffiniertes Gesellschaftspanorama mit ungebrochener Anziehungskraft, das die Leserinnen und Leser in ein Netz aus Liebe, Mitleid, Schwäche und Verantwortung verstrickt. Angesiedelt im k. u. k. Offiziersmilieu kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, kommentiert der Roman auch sein Erscheinungsjahr 1938 mit deutlichen Worten – und bietet reichlich Projektionsfläche für die Herausforderungen der Gegenwart. Erstmals werden die verschiedenen Textstufen dokumentiert und erlauben es, den Roman aus Sicht der früheren Fassungen neu zu entdecken.

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Band 5: Schachnovelle

Roman, Band V

Herausgegeben und kommentiert von Elisabeth Erdem und Klemens Renoldner

Schachnovelle – die berühmteste Erzählung von Stefan Zweig ist nur eine der zahlreichen Entdeckungen in diesem Band.

Es waren seine Erzählungen, die Stefan Zweig Ende der 1920er Jahre in der ganzen Welt berühmt gemacht haben. Darin schildert er nicht nur erotische Konstellationen und seelische Krisen, er bearbeitet auch historische und biblische Sujets. Eigenwillige Außenseiter stehen, wie in Buchmendel, Leporella oder Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk, im Zentrum, sogar eine finstere Hundegeschichte hat Stefan Zweig geschrieben. Die Schachnovelle, im brasilianischen Exil entstanden und mehrmals verfilmt, ist gewiss sein bis heute populärstes Prosastück, es gilt als politisches Vermächtnis des Autors.

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Band 6: Rausch der Verwandlung

Roman, Band VI

Herausgeber und kommentiert von Herwig Gottwald und Arturo Larcati; unter Mitwirkung von Peter Bruckner

Die junge Postgehilfin Christine erlebt durch die Einladung einer Tante in ein Engadiner Grandhotel die Welt des Luxus. In einem "Rausch der Verwandlung" wird aus dem "hässlichen Entlein" eine mondäne Dame, die von den Herren umschwärmt wird. Aber das Rollenspiel wird aufgedeckt, und die junge Frau muss zurück in ihre kärgliche Existenz. Mit ihrem Freund Ferdinand überlegt sie, wie sie sich an der Ungerechtigkeit des Schicksals rächen kann. Stefan Zweig hat diesen spannenden Roman über ein Frauenschicksal aus den 1920er Jahren nicht vollendet. Mehrere Manuskripte aus unterschiedlichen Arbeitsphasen wurden im englischen Nachlass aufgefunden. Diese Ausgabe bietet erstmals einen gesicherten Text der Originalfassung der Typoskripte mit allen erhaltenen Varianten.

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Band 7: Clarissa

Roman, Band VII

Herausgegeben und kommenterit von Elisabeth Erdem und Klemens Renoldner

Stefan Zweigs „‚Clarissa‘ erzählt von der Tragödie eines nicht gelebten Lebens“ (Michael Althen, Süddeutsche Zeitung). – Abschluss der Salzburger Ausgabe

In seinen letzten Lebensmonaten im brasilianischen Exil arbeitete Stefan Zweig an seinem dritten Roman. Die Wiener Offizierstochter Clarissa Schuhmeister sucht ihren eigenen Weg in den Wirren der Zeit: das Wien um 1900, der Untergang der Monarchie, Weltkrieg und Pazifismus, Mutterschaft und Politik.
„Die Welt von Gestern“ und die „Schachnovelle“ konnte Zweig noch abschließen, die Fertigstellung von „Clarissa“ scheiterte jedoch an der „Unfreiheit meiner Existenz“ (Zweig). Mehr als achtzig Jahre später wird das Manuskript zum ersten Mal in einer textkritisch aufbereiteten Fassung ediert. Der Band bietet damit auch einen unverstellten Einblick in die Arbeitsweise des „Weltautors Stefan Zweig“.

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