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Konferenz in Oxford

Tagung

"The Heritage of Humanism and Enlightenment in Exile Literature"

"Das Erbe von Humanismus und Aufklärung in der Exilliteratur"

Die Konferenz findet in Kooperation mit The Queen's College, Oxford, St. Hugh's College, Oxford, der LMU München und dem Stefan Zweig Zentrum Salzburg in Oxford statt.

„Nach wie vor bin ich der Meinung, daß sich die Literatur der deutschen landesflüchtigen Schriftsteller in allen Ländern der Welt am treffendsten als eine humanistische Front gegen das nationalsozialistische Dritte Reich auffassen und darstellen läßt, trotz aller Gegensätze und Spannungen in ihrem eigenen freien Bereich“, schrieb Walter A. Berendsohn, der als Gründungsvater der Exilforschung gilt, im Jahr 1946. Zwar ist Berendsohns Vorstellung, die Exilliteratur sei „eine in sich geschlossene Periode der deutschen Literaturgeschichte“, in der Forschung nicht mehr anerkannt. Diese Vorstellung beruht jedoch auf einer noch immer weitgehend gültigen Annahme: Die Schriftsteller im Exil beriefen sich auf gemeinsame Werte, unabhängig davon, in welchem Ausmaß sie sich deren bewusst waren und was genau sie unter ‚Humanismus‘ verstanden.

Die Konferenz widmet sich deutschsprachigen Schriftstellern, deren Anliegen es ist, Werte zu bewahren, aufrechtzuerhalten und neu zu interpretieren, die auf Humanismus und Aufklärung zurückgehen oder damit verknüpft werden. Dies schließt auch die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Feinheiten ihrer jeweiligen Ansichten ein. Inwiefern dienen diese Werte als gemeinschaftliches Erbe, auf das sich zurückgreifen lässt? In seinem biographischen Essay über Michel de Montaigne (1942) stellt Stefan Zweig der Barbarei die individuelle geistige und intellektuelle Freiheit gegenüber. Er bezieht sich auf eine gemeinsame Vergangenheit und beschwört gemeinsame Ideale; die Frage, wie diese für künftige Generationen zu bewahren wären, vermag er allerdings nicht zu beantworten – ebenso wenig wie seine Zeitgenossen.

Elf Vorträge sollen zeigen, wie Gedanken von Humanismus und Aufklärung die Werke exilierter Schriftsteller prägen, und auf welche Traditionen und Repräsentanten sie zurückgreifen, um die eigenen Ansichten zu bekräftigen; sie befassen sich mit literarischen Utopien, die humanistischen und aufklärerischen Vorstellungen und Idealen nachempfunden sind; und gehen der Frage nach den Grenzen dieser Vorstellungen und Ideale bzw. der ihnen innewohnenden ‚Dialektik‘ nach. Sie setzen sich auch damit auseinander, in welcher Weise Literatur im Exil – und vom Exil aus – politisch Einfluss ausüben kann, oder sollte.

Das detaillierte Programm mit den Vorträgen finden Sie hier.

Anmeldungen bitte bis 20.3. per Mail an margit.dirscherl@lmu.de

24. und 25. März 2022