Rinvorlesung: Prof. Karl-Josef Kuschel "Stefan Zweig und das Drama eines jüdischen Weltbürgertums"

Die Ringvorlesung soll die komplexe Auseinandersetzung Stefan Zweigs mit dem Judentum thematisieren. Sie schließt an die Ergebnisse der Tagung „Stefan Zweig – Jüdische Relationen“ an, die im November 2015 im Stefan Zweig Zentrum stattfand. Dabei sind zwei Perspektiven relevant, die persönlich-biographische und die geistesgeschichtliche, die kaum voneinander zu trennen sind: Zum einen soll die Bedeutung, die Zweig – vor dem Hintergrund von Antisemitismus, Verfolgung und Exil – seiner eigenen jüdischen Herkunft und Familiengeschichte gab, angesprochen werden, zum anderen wird es um Inhalte und Themen der jüdischen Überlieferung gehen, deren Spuren sich in Zweigs Werk finden. Während auf der persönlichen Ebene von einer eher ambivalenten Haltung gesprochen werden kann, lassen sich in Zweigs Werk etliche auf die jüdische Tradition verweisende Fragestellungen und Themenbereiche ausmachen. Zu nennen wären etwa die – im „Jeremias“ aufgegriffenen – existentiellen Aspekte, die in vielen biblischen Texten enthalten sind und die nicht zuletzt in der Verfolgungsgeschichte des jüdischen Volkes neu aktuell wurden; zu nennen wären aber auch die – in den „Legenden“ angesprochenen ethischen und sozialen Schwerpunkte der jüdischen Überlieferung, die in den prophetischen Stoffen der Bibel angelegt sind. Nicht zuletzt war Zweig von der Subtilität der jüdischen Auslegung kanonischer Texte fasziniert, eines Zugangs, der ein breites Spektrum der Interpretation eröffnet. Diese und weitere Fragen sollen in der Ringvorlesung aus den Perspektiven verschiedener Forschungsgebiete – Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Theologie und Judaistik – diskutiert werden.

Koordinatoren: Susanne Plietzsch, Armin Eidherr, Arturo Larcati, Peter Bruckner

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Meta-Informationen

Beginn
05.12.2023 | 17:15h
Ende
05.12.2023 | 18:45h
Erstellt von
SZC Redaktion